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| Ausstellung: | 2. Februar – 26. Februar 2011 |
| Vernissage: | 1. Februar 2011, 18 – 21 Uhr |
Zum Auftakt des neuen Jahres präsentiert die Flo Peters Gallery Fotografien von Werner Bartsch. Die Arbeiten zur Serie Desert Birds entstanden auf den normalerweise strengstens von der Außenwelt abgeschotteten Flugzeuglagerplätzen im Südwesten der USA, die für dieses Projekt ihre Tore öffneten. Der gleichnamige Bildband des Hamburger Fotografen erschien Ende 2010 im Kehrer Verlag.
In seinen Fotografien zeigt Werner Bartsch die Faszination, die von diesen Orten ausgeht. Fremd und bizarr erscheinen die ausrangierten Flugmaschinen in der Weite der kargen Wüstenlandschaft. Statt der Betriebsamkeit der Flughäfen findet man hier Einsamkeit, statt künstlichen Materialien wie Beton, Stahl und Glas nur Sand, Steine und vereinzelte Gräser. Die Widersprüchlichkeit zwischen dem Objekt Flugzeug und dem Kontext der Wüste schafft Raum für Neues. Wie imposante Metallskulpturen fügen sich die Flugzeuge in ihre unwegsame Umgebung, werden zu unbeabsichtigten Kunstwerken, aufgestellt im Niemandsland. Die Wüstengebiete im Südwesten der USA erfüllen alle Voraussetzungen für die effektive Zwischen- bzw. Endlagerung von Flugzeugen: sie bieten großräumige, billige Stellfläche und verhindern in ihrer Abgeschiedenheit Beschädigungen und Vandalismus. Das warme und trockene Klima verringert Korrosions- und Wasserschäden und auch die politische Umgebung ist stabil. Manche Lagerplätze fungieren als temporäre Heimat für Maschinen auch jüngster Bauart, die hier lediglich während wirtschaftlicher Krisen zwischengelagert werden. Logos und Schriftzüge werden oftmals überklebt, um Rückschlüsse auf die Marktlage der jeweiligen Fluggesellschaft zu verhindern. Andere Plätze werden zur Endstation für Flugzeuge, die ihr Höchstmaß an Flugstunden erreicht haben. Viele Airliner stehen dort schon seit Jahrzehnten und warten darauf, ausgeschlachtet und verschrottet zu werden. Nicht selten hängt ihr Schicksal vom aktuellen Altmetallpreis ab.
Werner Bartsch geht es in seinen Arbeiten jedoch nicht um eine Dokumentation dieser Lagerplätze oder eine Bestandsaufnahme ausrangierter Maschinen. Vielmehr entsteht durch die Farbgebung der Fotografien und das ganz spezifische Zusammenspiel von Form, Struktur und Licht eine Ästhetik, die den 'Desert Birds' ein unerwartetes Eigenleben verschafft. In manchen Aufnahmen werden durch vertikal verlaufende Schärfenebenen Strukturen und Details bewusst nach vorne gestellt, während der Rest im Verborgenen bleibt. Ansonsten dominiert eine klar reduzierte Bildsprache, die die Flugzeuge und die sie umgebende Szenerie eindrucksvoll zueinander in Beziehung setzt und den Mythos dieser Orte deutlich werden lässt.
Mit freundlicher Unterstützung von Canon und Halbe-Rahmen.